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Minimum-Volatility-Indizes: weniger Risiko, mehr Rendite?

Minimum-Volatility-Indizes zeigen über lange Zeiträume eine bessere Rendite als ihre marktgewichteten Stammindizes - und dies, obwohl sie ein geringeres Risiko als letztere aufweisen. Gilt die konventionelle Finanztheorie also nicht für Minimum-Volatility-Indizes? 

18. November 2019

Marc Kilbert

Leiter Client Portfolio Management International & Ticino

Index Solutions Newsletter Minimum-Volatility-Indizes: weniger Risiko, mehr Rendite?

Fakt ist, dass Indexfonds, die Minimum-Volatility-Indizes replizieren, Zugang zu Strategien ermöglichen, die der Aktienmarktvolatilität weniger stark unterliegen. Der Index enthält eine Optimierung des Portfolios, die sowohl Konzentration von Länder- und Sektorengewichtungen als auch eine übermässige Umschichtung verhindert. Somit bieten Minimum-Volatility-Indexfonds Anlegern, die dem extremen Zinsumfeld mit negativen Renditen bei über einem Drittel der Investment-Grade-Anleihen entkommen möchten, ein attraktives Risikoprofil.

Im aktuellen Umfeld, in dem sich Aktien in einer späten Zyklusphase befinden, Vermögenswerte hoch bewertet sind und erhebliche politische Risiken bestehen, ist die Positionierung eines Portfolios im Hinblick auf Risiko und Rendite von entscheidender Bedeutung. Angesichts der wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten dürften sich die Aktienmärkte auch in nächster Zeit sehr volatil entwickeln. Dieses Umfeld könnte sich für defensive Aktien, die typischerweise in einer risikoarmen Strategie zu finden sind, und für Rohstoffe wie Gold als günstig erweisen. Investitionen in Fonds, die Minimum-Volatility-Indizes nachbilden, sind aber nicht nur in Zeiten volatiler Märkte eine Überlegung wert. Minimum-Volatility-Indizes haben ihre Stammindizes über lange Zeiträume hinweg übertroffen, insbesondere seit der globalen Finanzkrise 2008.

Beispielsweise zeigt der MSCI World Minimum Volatility Index seit 2001 eine höhere kumulierte Rendite und eine niedrigere Volatilität als sein marktgewichteter Stammindex. Unter anderem liegt das an den fallenden Zinsen, welche Minimum-Volatility-Aktien gestützt haben. Ein Vergleich der Rendite und des maximalen Drawdowns1 der zwei Indizes zeigt ausserdem, dass der Minimum-Volatility-Index von Krisen weniger beeinträchtigt war als sein Stammindex (siehe folgende Grafiken).

Index Solutions

Seit 1994 steht Credit Suisse Index Funds, kurz CSIF, für Präzision, tägliche Liquidität und minimierte Investitionskosten.

Performance- und Drawdown-Vergleich: MSCI World Minimum Volatility Index ggü. MSCI World Index (USD)

Um die Entwicklung von Minimum-Volatility-Indizes genauer zu betrachten, haben wir die relative Monatsperformance des MSCI World Minimum Volatility Index und des MSCI World Index in Zeiten, in denen der gängige CBOE Volatility Index (VIX) über 242 stieg, genauer analysiert. Der VIX kann als Mass für den Marktstress betrachtet werden. Die Ergebnisse zeigen, dass der MSCI World Minimum Volatility den MSCI World in über 70 % der Monate deutlich übertraf (siehe Grafik unten).

Performancedifferenz zwischen MSCI World Minimum Volatility Index und MSCI World Index in Zeiten von Marktstress

Minimum-Volatility-Indizes schneiden jedoch nicht nur in den Industrieländern besser ab. Auch der MSCI Emerging Markets Minimum Volatility Index hat seinen Stammindex insbesondere seit der Finanzkrise 2008, hinter sich gelassen (siehe folgende Grafiken).

Performance- und Drawdown-Vergleich: MSCI Emerging Markets Minimum Volatility Index ggü. MSCI Emerging Markets Index (USD)

Was ist der Minimum-Volatility-Faktor?

Der Minimum- oder Low-Volatility-Faktor ist seit den 1970er-Jahren in wissenschaftlichen Studien als einer der wichtigsten Aktienfaktoren (d. h. als systematischer Rendite- und Risikotreiber) und mögliche Quelle für Mehrrenditen belegt. In der Vergangenheit war der Minimum-Volatility-Faktor über lange Zeiträume mit einer gegenüber dem Markt deutlich höheren Performance und niedrigeren Volatilität verbunden.

Im Gegensatz zu anderen Faktoren wie Value (niedrigere Bewertung), geringe Grösse oder Momentum lässt sich der Minimum-Volatility-Faktor nicht durch eine Risikoprämie erklären. Stattdessen ist die Outperformance des Minimum-Volatility-Faktors mithilfe von Behavioral-Finance-Argumenten wie dem Lotterieeffekt oder dem Selbstüberschätzungseffekt zu erklären. Gemäss diesen Erklärungen zahlen Anleger zu viel für risikoreiche Aktien, weil sie auf sehr hohe Renditen hoffen (wie in einer Lotterie) oder ihre Fähigkeit überschätzen, die grössten Gewinner auszuwählen.

Wie wird die Benchmark konstruiert?

Ein Minimum-Volatility-Index beinhaltet eine Teilmenge der Titel seines Stammindexes. Er hat zum Ziel, das an der Volatilität gemessene absolute Risiko zu minimieren. Zur Konstruktion eines solchen Indexes wird eine Optimierung durchgeführt, um verschiedene Risikokennzahlen wie die historische Volatilität der Aktien und deren Korrelation untereinander und zum Markt zu berücksichtigen. Die Optimierung unterliegt in der Regel vorgegebenen Restriktionen (z. B. Höchstgrenzen für den Umschlag und die relativen Länder-/Sektorengewichtungen), um ein anwendbares Ergebnis sicherzustellen. Der auf diese Weise erstellte Minimum-Volatility-Index zeichnet sich vor allem durch ein niedriges Beta3 sowie durch seine gegenüber dem Stammindex niedrigere Volatilität und höhere Gewichtung von Aktien mit niedrigem idiosynkratischem Risiko4 aus (siehe folgende Grafiken).

Risiko-Rendite-Vergleich des MSCI Minimum Volatility Indizes mit breiteren Marktindizes  

Unsere Indexfonds auf Minimum-Volatility-Indizes weisen geringere Schwankungen auf als ein breites marktkapitalisierungsgewichtetes Aktienportfolio. Sie sind besonders für Anleger geeignet, die das Risiko reduzieren oder angesichts der zurzeit niedrigen bis negativen Zinsen ihre Aktienallokation behutsam erhöhen möchten. Credit Suisse Asset Management bietet zwei verschiedene Minimum-Volatility-Indexfonds an: CSIF (Lux) Equity World Minimum Volatility und CSIF (Lux) Equity Emerging Markets Minimum Volatility. Mit diesen Fonds lässt sich das Aktienrisiko transparent und kostengünstig reduzieren, ohne die Aktienallokation zu verringern. Gesamtwirtschaftliche Faktoren oder externe Schocks können jedoch auch bei Minimum-Volatility-Fonds zu sinkenden Anteilpreisen führen. In solchen Fällen ist das Kapital nicht geschützt.

Fondsangaben CSIF (Lux) Equity World Minimum Volatility CSIF (Lux) Equity Emerging Markets Minimum Volatility
Fondsdomizil Luxemburg Luxemburg
Referenzindex MSCI World Minimum Volatility (NR) MSCI Emerging Markets Minimum Volatility (NR)
Nachbildungsmethodik Vollständige Nachbildung Optimierte Nachbildung mit weniger Titeln
Handelbarkeit Täglich Täglich
Fondswert per 31.08.2019 EUR 125 Mio. EUR 44 Mio.
Laufende Kosten (%) QB EUR: 0,23 QB EUR: 0,32
  QB CHF: 0,23 QB USD5: 0,32
  FA USD: 0,28 QB CHF5: 0,32
  FA GBP: 0,28 FB USD: 0,37
  FB EUR: 0,28 FB EUR: 0,37
  FB USD: 0,28  
  FB CHF: 0,28  
Auflegung 08.12.2015 19.01.2016
Zeichnungswährungen  CHF, USD, GBP, EUR USD, EUR, CHF
ISIN QB EUR: LU1248309152 QB EUR: LU1390260120
  QB CHF: LU1333778329 QB USD5: LU1390249313
  FA USD: LU1419774234 QB CHF5: LU1352930678
  FA GBP: LU1909087808 FB USD: LU1419776528
  FB EUR: LU1419774663 FB EUR: LU1419776791
  FB USD: LU1419774580  
  FB CHF: LU1419774747  

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1 Der Drawdown ist als der Rückgang vom Höchststand zum Tiefststand während eines bestimmten Zeitraums definiert, in unserem Fall auf der Basis 1/6 monatlicher Beobachtungen.
2 Je höher der VIX-Wert, umso turbulenter ist der Markt. Der VIX-Wert von 24 entspricht dem 80. Perzentil im Zeitraum seit 30. Juni 2001.
3 Der Betafaktor ist ein Mass für die Volatilität oder das systematische Risiko eines Einzeltitels im Vergleich zum unsystematischen Risiko des gesamten Marktes.
4 Das idiosynkratische Risiko ist eine Art von Anlagerisiko, welches bei einem einzelnen Vermögenswert endemisch ist.
5 Noch nicht aufgelegte Anteilklassen
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