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Angus Muirhead, Leiter Equities bei Credit Suisse Asset Management, über den neuen Fokus bei Aktienanlagen.

21. Juli 2022

Interview mit Angus Muirhead

Leiter Equities bei Credit Suisse Asset Management

Nach erheblichen Kursverlusten an den Aktienmärkten erscheint die Versuchung für viele Anleger gross, ihre Verluste zu begrenzen. Wie sehen Sie das?

Angus Muirhead: Ich denke, das ist eine ganz natürliche Reaktion. Niemand von uns verliert gerne Geld und es liegt in der Natur des Menschen, bei schmerzhaften Erlebnissen den Schaden zu begrenzen. Risikoaversion kann in bestimmten Situationen natürlich sehr nützlich sein und hängt mit unserer Kampf-oder-Flucht-Reaktion zur Selbsterhaltung zusammen. In anderen Situationen kann sie aber auch unsere Fähigkeit einschränken, rationale Entscheidungen zu treffen.

Das aktuelle Marktumfeld ist der ideale Nährboden für unzählige Ängste und Unsicherheit. Aufgrund der negativen Stimmungslage ist die empfundene Verlustangst so gross, dass es schwierig wird, potenzielle Chancen zu erkennen.

Aber ist die «Flucht» angesichts der bestehenden Unsicherheit nicht genau die richtige Handlungsweise?

Der Markt durchläuft häufig Phasen extremer – positiver wie negativer – Stimmungen. Die negativen Phasen stechen aber oft mehr hervor, da die Schwankungen tendenziell stärker sind. Man könnte sagen, der Markt bewegt sich auf einer Rolltreppe nach oben und in einem Aufzug nach unten. Die Vorhersage kurzfristiger Entwicklungen ist jedoch äusserst schwierig. Daher konzentrieren sich unsere thematischen Strategien auf langfristige Trends.

Wir können uns nur schwer vorstellen, wie genau sich die aktuelle Situation lösen wird. Doch wir sollten nicht vergessen, dass die meisten Entwicklungen, die uns Sorge bereiten, bereits eingesetzt haben: Inflation, steigende Zinsen, Krieg in der Ukraine, pandemiebedingte Lockdowns in China, Lieferkettenverzögerungen, Rezessionsangst. Sie sind eng miteinander verbunden. Wird der Krieg beendet und COVID besiegt, sollten sich auch die anderen Probleme lösen.

Ich denke, wir haben den richtigen Zeitpunkt für die Verlustbegrenzung bereits verpasst und reagieren auf Probleme, die vom Markt bereits grösstenteils berücksichtigt wurden. Die Aktienmärkte haben viele dieser Probleme schon ab Oktober 2021 eingepreist und in den letzten Wochen und Monaten sind weitere Risiken in die Preisprognosen eingeflossen.

Heisst das, dass die Aktienmärkte die Talsohle erreicht haben?

Leider können wir das nicht mit Gewissheit sagen. Wir wissen lediglich, dass der Kurs der meisten Wertpapiere massiv eingebrochen ist und dass die Bewertungen zum jetzigen Zeitpunkt im Allgemeinen attraktiver sind als noch vor einigen Monaten. Doch hier ist Vorsicht geboten: Die Konjunkturaussichten dürften aufgrund von gestiegenen Zinsen, höheren Input- und Arbeitskosten sowie Lieferkettenproblemen schwächer als vor sechs Monaten erwartet ausfallen. Daher sollten wir im Bewertungsmodell bei einigen Unternehmen von einem niedrigeren Ertragswachstum und einer geringeren Ertragskraft ausgehen.

Also sind bei einem einfachen Kurs-Gewinn-Verhältnis sowohl der Kurs als auch der Gewinn gefallen?

In vielen Fällen, ja. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass der Aktienmarkt riesig ist und kein Unternehmen exakt einem anderen Unternehmen gleicht. Deshalb ist das Ausmass, in dem das Wachstum und die Ertragskraft eines Unternehmens von diesen Problemen beeinträchtigt werden, extrem uneinheitlich. Derzeit melden viele unserer Portfoliounternehmen trotz der Verkaufswelle eine sehr starke Endverbrauchernachfrage. Wir erachten es daher als wichtig, vertiefte Fundamentalanalysen durchzuführen und bei der Anlagenauswahl sehr selektiv vorzugehen.

Sollten Anleger von Wachstums- zu Value-Aktien wechseln?

Ich denke, dieser Wechsel hat bereits stattgefunden. Aber wir sollten auch bei der Definition von Value-Aktien vorsichtig sein. Bezieht sich der «Wert» einfach nur auf niedrige Bewertungskennzahlen? Unserer Ansicht nach ist «günstig» oft kein guter Indikator für den Wert. Wichtiger ist, aussergewöhnliche Unternehmen zu identifizieren und ihre Titel zu einem Preis zu kaufen, der unter ihrer Schätzung des inneren Wertes liegt. Das Umsatz- und Ertragswachstum ist natürlich wichtiger Bestandteil der Berechnung des inneren Wertes. Deshalb lassen sich die Begriffe Wachstum und Wert nicht voneinander trennen.

Aktien

Wir zielen auf stabile risikobereinigte Renditen ab. Wählen Sie aus traditionellen aktiven Strategien sowie aus themen- oder speziellen anlagetechnischen Ansätzen.

Welche Massnahmen ergreifen Sie in Portfolios angesichts dieses Umfelds?

Es hat ein allgemeiner Abverkauf stattgefunden, insbesondere für innovative kleine und mittlere Unternehmen mit grossem langfristigen Wachstumspotenzial, die ihr Geschäft aber noch nicht in grossem Umfang betreiben oder die Gewinnzone erst noch erreichen müssen.

Da die Märkte nachgegeben haben, sind die meisten Aktien in unserem «Pure Play»-Universum thematischer Aktien nun aus Bewertungssicht leichter zugänglich. Deshalb nutzen wir diese Gelegenheit, um unsere Portfolios «erstklassig» zu machen. Wir kaufen Aktien von Unternehmen, von denen wir am meisten überzeugt sind und in denen wir ausgezeichnete Managementteams sowie starke Geschäftsmodelle, ESG-Ratings, IP (intellectual property) und gut differenzierte Lösungen vorfinden. In den meisten Fällen suchen wir nach der Fähigkeit, durch Innovation dem Wettbewerb stets einen Schritt voraus zu sein.

Wie sehen Ihre Erwartungen für den Rest des Jahres aus?

Angesichts der Vielzahl wesentlicher makroökonomischer und geopolitischer Probleme dürften die Aktienmärkte volatil bleiben. Doch oft eröffnen Phasen extremer Volatilität Chancen für geduldige, langfristig orientierte Anleger. Ein alter Investorenmerksatz besagt, dass die Zeit im Markt das Timing des Marktes schlägt. Die Herausforderung besteht darin, sich die wahrscheinlichsten Szenarien vorzustellen: nicht vorauszusagen, sondern für verschiedene Ergebnisse zu planen.

Es ist davon auszugehen, dass einige Anzeichen für eine Lösung der zentralen Probleme notwendig sind, bevor wir eine echte Erholung am Markt feststellen. Doch oft erholt sich die Stimmung mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft, lange bevor diese Realität wird. Deshalb ziehen wir es vor, investiert zu bleiben, aber unser Engagement sehr selektiv auszuwählen.

Angus Muirhead

Inflation: “Some days you tame the tiger. And some days the tiger has you for lunch.”

Wie stark und wie lange steigt die Inflation? Die Ungewissheit über die Auswirkungen der Teuerung hat massiv zugenommen. Sie ruft nach einer Überprüfung bestehender Anlagestrategien und nach einer Beurteilung neuer Opportunitäten.

 

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