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Chancen in den Schwellenländern

Schwellenländerbonds verdienen mehr Aufmerksamkeit. Die jeweiligen Volkswirtschaften haben sich während der Pandemie robust gezeigt. Jetzt, wo sich die Weltwirtschaft kräftig erholt, haben sich die Aussichten für diese Anlageklasse weiter verbessert. In diesem Artikel erörtern unsere Experten, wie sich Anleger in Schwellenländerbonds engagieren können.

3. Dezember 2021

Die Schwellenländer erwirtschaften

60%

des weltweiten BIP

Die Schwellenländer erwirtschaften rund 60 % des weltweiten Bruttoinlandsprodukts. Ihre Volkswirtschaften wachsen immer noch schneller als die der Industrieländer. Schuldenkrisen und Währungsschocks sind seltener geworden und breiten sich nicht mehr so leicht über Dominoeffekte aus wie früher.

Heute haben die als Schwellenländer eingestuften Länder – in Lateinamerika, Europa, Asien und anderswo – robuste Institutionen und stabile Märkte.

Im Zuge ihres Wirtschaftswachstums haben sich die Schwellenländer in den letzten 20 Jahren auch zu einer vielfältigen und reifen, eigenständigen Anlageklasse entwickelt. Sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil eines diversifizierten Portfolios geworden.

Dies ist eine Story über Robustheit und die Erholung der Weltwirtschaft. Das weltweite Abflauen der Pandemie hat die aufgestaute Nachfrage nach Waren und Rohstoffen freigesetzt. Dadurch haben sich die Aussichten für die Schwellenländer deutlich verbessert, was Schwellenländerbonds zugutekommt.

Schwellenländerbonds sind allerdings keine einheitliche Anlageklasse, sondern vielmehr eine Sammlung verschiedener Anlageklassen, die sowohl Unternehmens- als auch Staatsanleihen umfassen – denominiert in einer Hartwährung, wie dem US-Dollar oder dem Euro, oder in der jeweiligen Lokalwährung. In beiden Anlageklassen muss man unterschiedlich vorgehen, um sich effizient und effektiv zu engagieren. Während bei Unternehmensanleihen aus Schwellenländern eine aktive Auswahl für das Management des Kreditrisikos wichtig ist, kommt es bei Staatsanleihen von Schwellenländern eher auf die Diversifikation an.

Unternehmensanleihen aus Schwellenländern

Bei Unternehmensanleihen aus Schwellenländern ist eine sorgfältige Titelauswahl sehr wichtig. Schwellenländerunternehmen haben ihre Gewinne gesteigert und konnten daher ihre Schulden abbauen und ihre Bilanz stärken. Ihre verbesserte Kreditqualität ermöglichte ihnen dann, die Laufzeiten der von ihnen begebenen Anleihen zu verlängern. Nachdem die Verschuldungsgrade 2020 gestiegen sind, sinken sie jetzt voraussichtlich auf Niveaus, die zuletzt im Dezember 2019 verzeichnet wurden. Das würde signalisieren, dass das Ausfallrisiko nun geringer ist als letztes Jahr.

Unternehmensanleihen aus Schwellenländern bieten im Durchschnitt auch eine höhere Rendite als ihre Industrieländerpendants mit gleichem Rating.

Ausserdem ist jedes Schwellenland einzigartig. Schwellenländer haben unterschiedliche wirtschaftliche Fundamentaldaten, was sich auf ihren jeweiligen Anleihenmarkt auswirkt. Somit bietet sich den Anlegern eine unglaubliche Vielfalt an Möglichkeiten. Dies ist ein Markt, an dem sich eine aktive Auswahl wirklich auszahlen kann. Unter den Unternehmensanleihen aus Schwellenländern gibt es viele potenzielle aufsteigende Sterne, gleichzeitig muss man aber auch vorsichtig auswählen, um potenzielle gefallene Engel zu meiden. Der reifere Markt für Staatsanleihen der Schwellenländer bietet indes die Chance auf ein vielfältiges Engagement in der gesamten Anlageklasse.

US Corporate HY
EM Sovereign
Quellen: Bloomberg, J.P. Morgan Indizes

1 Die Sharpe-Ratio setzt die Performance einer Anlage in Relation zu ihrem Risiko und ermöglicht Anlegern ein besseres Verständnis der risikoadjustierten Rendite.
* Die angegebene Verfallsrendite wurde per 31. Mai 2021 berechnet und berücksichtigt keine Kosten, Portfolioveränderungen, Marktschwankungen und potenziellen Ausfälle. Die Verfallsrendite ist rein indikativ und kann sich allenfalls ändern.

Staatsanleihen von Schwellenländern

Laut Valerio Schmitz-Esser, Leiter Index Solutions bei Credit Suisse Asset Management, «ist die Diversifikation für Anleger in Staatsanleihen von Schwellenländern nach wie vor eine der wichtigsten Schutzmassnahmen». Weiter erklärt er, dass «es vorteilhaft sein kann, sich über Indexfonds in dieser Anlageklasse zu engagieren, weil diese Produkte gut diversifiziert, kostengünstig und benutzerfreundlich sind».

Ein Beispiel: Im Jahr 2020 fielen so viele Staatsanleihen aus wie noch nie – zum Beispiel die von Sambia, Ecuador und Argentinien. Indexfonds, die breit gefasste Indizes für Staatsanleihen von Schwellenländern nachbilden, wurden jedoch kaum in Mitleidenschaft gezogen. Zu diesen Fonds gehören zum Beispiel jene, die den J.P. Morgan Emerging Markets Bond Index Global Diversified nachbilden. Die individuellen Indexgewichtungen der erwähnten Länder machten nur einen kleinen Teil des Indexportfolios aus, das Anleihen von über 70 Ländern enthält.

"Die Diversifikation ist für Anleger in Staatsanleihen von Schwellenländern nach wie vor eine der wichtigsten Schutzmassnahmen." Valerio Schmitz-Esser, Leiter Index Solutions

Schwellenländeranleihen sind in den meisten Portfolios unterrepräsentiert

Doch trotz der potenziellen Vorteile von sowohl Unternehmens- als auch Staatsanleihen von Schwellenländern sind viele Anleger immer noch unterinvestiert. «Die Schwellenländer erwirtschaften über die Hälfte des weltweiten BIP, sind aber in globalen Portfolios nach wie vor sehr niedrig gewichtet», erklärt Schmitz-Esser.

Doch seit einigen Jahren steigen die Allokationen in diesen Anlageklassen. Zum Teil liegt das an der Ausweitung des Universums der Schwellenländeranleihen, die das höhere Engagement der Anleger rechtfertigt. Mit der richtigen Mischung aus Indexfonds und aktiv verwalteten Fonds für Unternehmensanleihen aus Schwellenländern können die Anleger effizienter investieren. Die unterschiedlichen Risikoprämien der beiden Fondskategorien können bei der Portfoliokonstruktion sehr nützlich sein.

Schmitz-Esser ist der Meinung, dass «Indexfonds für Hartwährungsanleihen wegen ihrer niedrigen Kosten der Absicherung von Währungsrisiken in Euro besonders attraktiv sind».

Der von seinem Team bevorzugte Referenzindex ist der J.P. Morgan Emerging Markets Bond Index Global Diversified (EMBI) in Hartwährung. Dieser Index limitiert die Gewichtung jedes Landes auf maximal 5 %, was nach Meinung von Schmitz-Esser dazu beiträgt, die Konzentration bestimmter Emittenten im Index zu begrenzen.

Lokalwährungsanleihen bieten den Anlegern zwar etwas höhere Renditen, jedoch muss auch die Volatilität der Schwellenländerwährungen berücksichtigt werden. In manchen Fällen könnte sich dieses Risiko auszahlen. China ist ein gutes Beispiel, weil es in der Weltwirtschaft eine immer wichtigere Rolle spielt, was die Nachfrage nach seiner Währung stützt.

Die Präsenz Chinas macht sich auch in den Indexzusammensetzungen bemerkbar. Ab Ende Oktober 2021 werden auf den Renminbi lautende chinesische Staatsanleihen sukzessive in den FTSE World Government Bond Index (WGBI) aufgenommen. In den 36 darauf folgenden Monaten dürfte die Gewichtung chinesischer Staatsanleihen im Index auf über 5 % steigen. Auch deshalb dürften internationale Anleger ihre Allokationen in Schwellenländerbonds erhöhen.

Index Solutions

Seit 1994 steht Credit Suisse Index Funds, kurz CSIF, für Präzision, tägliche Liquidität und minimierte Investitionskosten.

Fokussierung auf Unternehmensanleihen

Der Grund für die Attraktivität von Unternehmensanleihen aus Schwellenländern ist die uneinheitliche Struktur dieses Marktes. Das eröffnet den Investoren Anlagechancen. «An diesem Markt kann man mit aktiver Anleihenselektion und Durationssteuerung Mehrwert schaffen», so Gonzalo Borja, Leiter Fixed Income Emerging Markets bei Credit Suisse Asset Management. Borja fährt fort: «Zurzeit sehen wir bei Unternehmensanleihen in Hartwährung bessere Chancen. Sie bieten eine deutlich höhere Rendite als Investment-Grade- und High-Yield-Anleihen aus Industrieländern.»

Das IG-Segment in den USA wurde im vergangenen Jahr von der US-Notenbank gestützt und erzielte eine Rendite von rund 2 %. Vergleichbare Schwellenländeranleihen haben dagegen eine kürzere Duration – im Durchschnitt fünf Jahre – und um 80–100 Basispunkte höhere Renditen. Laut Borja «beträgt, auf Basis des JPM CEMBI Broad Diversified Index, die Renditedifferenz zwischen europäischen IG-Anleihen und auf Hartwährung lautenden Schwellenländeranleihen gleicher Bonität nach Abzug der Absicherungskosten etwa 100–120 Basispunkte».

"An diesem Markt kann man mit aktiver Anleihenselektion und Durationssteuerung Mehrwert schaffen." Gonzalo Borja, Leiter Fixed Income Emerging Markets

Früher wurden Staatsanleihen von Schwellenländern bevorzugt, weil Unternehmensanleihen eine relativ geringe Marktkapitalisierung hatten. Bei der dynamischen Asset-Allokation lag der Fokus auf den Lokalwährungen. Doch infolge der lockeren Geldpolitik der Zentralbanken hat sich dies inzwischen geändert. Höhere Renditen von US-Treasuries haben die Staatsanleihen der Schwellenländer unter Druck gesetzt und Unternehmensanleihen wettbewerbsfähiger gemacht. Deren typischerweise kurze Duration ermöglicht es auch, auf Spread-Änderungen flexibler zu reagieren.

In Bezug auf das Risiko/Ertrags-Verhältnis haben Schwellenländerbonds in Hartwährung ein wesentlich besseres Profil als Unternehmens- und Staatsanleihen aus Europa und den USA. Die Gelegenheiten sind da. Sie müssen sie nur erkennen und nutzen.

Festverzinsliche Anlagen

Credit Suisse Asset Management ist ein führender, aktiver Anleihen- und Währungsmanager. Mit hoch spezialisierten Anlageteams bieten wir innovative und individuelle Lösungen für festverzinsliche Anlagen.

 

Das grosse Ganze

Zu den wichtigsten Eigenschaften erfolgreicher Anleger gehört die Fähigkeit, Einflussfaktoren gesamtheitlich zu erfassen und miteinander zu  verknüpfen. So entsteht das grosse Bild. Es zeigt das Anlagespektrum in seiner ganzen Breite und schafft die Transparenz, die Anlageentscheide erleichtert.

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Risikowarnung
Anleihenmärkte sind mit einem Ausfallrisiko verbunden und unterliegen den Schwankungen der Wirtschaft und der Märkte. Schwellenländermärkte können ausgeprägteren Bewegungen unterliegen als die Märkte der Industrieländer, auch nach unten.