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Ein Zeichen setzen mit passiven Anlagen

Dank ihrer Ausgewogenheit zwischen Liquidität, Diversifikation und Engagement überzeugen nachhaltige Indexfonds nicht nur institutionelle Investoren. Christian Bodmer, Leiter Asset Management bei der Sanitas Krankenversicherung, und Valerio Schmitz-Esser, Leiter Index Solutions bei Credit Suisse Asset Management, erklären im Panelgespräch, weshalb sich die Produkte auch positiv auf die Unternehmen auswirken.

May 5, 2021

Herr Schmitz-Esser, passiv verwaltete Indexfonds sind bei Anlegern sehr populär. Was macht deren Reiz aus?

Valerio Schmitz-Esser: Drei Gründe sind ausschlaggebend: Indexfonds investieren breit diversifiziert, da sie je nach Benchmark hunderte von Wertschriften enthalten. So wird das Titelrisiko minimiert. Weiter sind die Produkte relativ günstig – und zwar nicht nur hinsichtlich der tieferen Verwaltungsgebühren. Es fallen auch weniger Transaktionskosten an, da keine grossen Umschichtungen notwendig sind. Schliesslich sind Indexfonds berechenbar: Die Rendite entspricht jener der zugrundeliegenden Indizes.

Was halten Sie als Anlagechef der Krankenversicherung Sanitas von Indexfonds?

Christian Bodmer: Als Buy-and-hold-Investor haben wir einen langfristigen Anlagehorizont. Wenn wir unsere Strategie anpassen, sind wir deshalb sehr zurückhaltend. Aus den von Valerio Schmitz-Esser erwähnten Gründen sind Indexfonds für uns die effizienteste Art, um unsere Anlageziele zu erreichen – auch bezüglich Nachhaltigkeit.

Schmitz-Esser: Wir bieten über 100 Indexfonds an, alles physische Replikationen, die in den unterschiedlichsten Regionen und Anlageklassen investieren. Davon berücksichtigen bereits 22 verschiedene ESG-Vorgaben, sprich Kriterien aus den Bereichen Umwelt (Environmental), Soziales (Social) und verantwortungsvolle Unternehmensführung (Governance). Als Referenzindex in der Schweiz kommen die kürzlich lancierten SPI-ESG- und SBI-ESG-Indizes der Schweizer Börse zum Einsatz. Ansonsten stützen wir uns bei Aktienindexfonds auf die bewährten und breit diversifizierten MSCI-ESG-Leaders-Indizes. Sie decken weltweit alle wichtigen Regionen ab. Zudem sind ihre Rendite-Risiko-Profile vergleichbar mit jenen der Standard-Indizes.

"Für institutionelle Anleger bieten die MSCI-ESG-Leaders-Indexfonds die richtige Balance zwischen Liquidität, Diversifikation, Nachhaltigkeit und Rendite." Valerio Schmitz-Esser

Inwiefern ist diese Vergleichbarkeit entscheidend?

Schmitz-Esser: Der Standardindex MSCI ist als weltweiter Benchmark anerkannt. Viele institutionelle Investoren wie Versicherungen oder Pensionskassen richten sich danach aus. Würde der ESG-Index zu stark davon abweichen, bewegte sich die Rendite nicht mehr im Rahmen des Basisindex.

Entspricht der ESG-Leaders-Index auch den Anforderungen der Sanitas?

Bodmer: Wir haben einen Weg gesucht, um unser Anlageportfolio nachhaltig zu gestalten. Dazu hätten wir eigene ESG-Grundsätze und –Kriterien ausarbeiten und unsere Investitionen danach ausrichten können. Wir wollten das Rad aber nicht neu erfinden – zumal bereits ein breites Angebot an interessanten Lösungen existiert. Also haben wir uns für die ESG-Indexfonds von Credit Suisse Asset Management entschieden, die uns einen einfachen und gut strukturierten Zugang zu nachhaltigen Investments bieten. Ausschlaggebend bei der Wahl war für uns die Dynamik des Anbieters bezüglich Produktentwicklungen und dessen Reaktionsfähigkeit auf neue Kundenbedürfnisse. Hier hat uns Credit Suisse Asset Management besonders überzeugt.

Wie relevant ist das Thema Nachaltigkeit insgesamt bei Sanitas?

Bodmer: Ökologische Aspekte sind Sanitas schon länger ein grosses Anliegen. Als Dienstleistungsunternehmen haben wir allerdings nur begrenzte Möglichkeiten, um uns diesbezüglich zu verbessern. Indem wir unser Vermögen nachhaltig investieren, setzen wir dort an, wo wir den grössten Effekt haben und etwas bewirken können. Das Anliegen wird breit unterstützt und nicht nur einfach von oben diktiert. Das macht einen spürbaren Unterschied.

Gilt dies auch für Ihre Kunden? Am Ende wollen diese vor allem tiefe Krankenkassen-Prämien.

Bodmer: Unser Anlageerfolg ist ein wichtiger Ertragspfeiler, der sich in gewisser Weise natürlich auch auf die Prämien auswirkt. Wir sehen es als unsere Verantwortung für die künftigen Generationen, dass wir Nachhaltigkeit fördern und mit der Zeit gehen. Die positiven Effekte daraus sind zwar noch nicht direkt messbar, aber dennoch vorhanden. Das Thema ist keine Modeerscheinung, auch unsere Kundinnen und Kunden wollen, dass wir Einfluss nehmen.

Müssten Sie dann nicht eher direkt in Umweltprojekte investieren, also Impact-Investing betreiben?

Bodmer: Indem wir in ESG-Indexfonds anlegen, erzielen wir eine Wirkung. Diese erfolgt indirekt über die Kapitalkosten. Werden Firmen nicht mehr gekauft, weil sie die ESG-Kriterien nicht erfüllen, werden ihre Kosten steigen, wenn sie Geld am Markt aufnehmen wollen. Dieser Kapitalkostenmechanismus sollte zu einer Verhaltensänderung führen. Zudem halten wir neben den ESG-Indexfonds auch noch nachhaltige Anlagen in anderen Anlageklassen.

Schmitz-Esser: Mit unserem Indexfonds auf Green Bonds bieten wir auch eine Lösung an, bei der die Emissionserlöse zweckgebunden in umweltfreundliche Projekte fliessen. Deren Wirkung ist somit sehr direkt. Für institutionelle Anleger, die ihre Kerninvestitionen nach nachhaltigen Kriterien tätigen wollen, eignen sich die MSCI-ESG-Leaders-Indexfonds allerdings besser, da hier die richtige Balance zwischen Liquidität, Diversifikation, Nachhaltigkeit und Rendite gegeben ist.

"Indem wir unser Vermögen nachhaltig investieren, wollen wir ein Zeichen setzen und etwas bewirken." Christian Bodmer

Weshalb sollten institutionelle Investoren nicht weiter gehen?

Schmitz-Esser: Beim passiven nachhaltigen Investieren existieren unterschiedliche Ausprägungen bezüglich Ausschluss von Firmen mit schwacher Nachhaltigkeitsperformance. Gewisse Konzepte und Produkte schliessen bis zu 75 Prozent der Titel eines Index aus. Darunter leidet in der Regel die Diversifikation und das Risiko steigt. Ein solches Investment eignet sich als Zusatz für ein Portfolio oder für philanthropische Investoren. Hinzu kommt, dass auch die MSCI-ESG-Leaders-Indizes sehr hohe Hürden setzen. Sie schliessen von 1600 Titel 50 Prozent der Marktkapitalisierung aus. Für die meisten institutionellen Investoren ist dies für ihr Kernportfolio bereits sehr streng.

Dennoch dürfte der Vorwurf kommen, dass man sich damit nur ein grünes Mäntelchen umhängt.

Schmitz-Esser: Das Ausschluss- und Best-in-Class-Prinzip sind bewährte Ansätze, die nach marktwirtschaftlichen Methoden funktionieren und nicht nur auf Verbote setzen – und damit eine Wirkung erzielen. Es ist vergleichbar mit dem CO2-Emissionshandel: Auch dort wird der CO2-Ausstoss nicht direkt verboten. Indem die Unternehmen für ihre Emissionen bezahlen müssen, wird ein Anreiz für nachhaltigeres Verhalten geschaffen.

Bodmer: Ich denke, man hat heute die Phase überschritten, in der Investoren nur etwas unternehmen, um Ruhe zu haben. Die Dringlichkeit des Anliegens ist breit abgestützt, man muss handeln. Welchen Weg die Anleger wählen, hängt aber von den Richtlinien für die einzelnen Investoren ab. Für uns sind die ESG-Indexfonds die richtige Lösung.

Es fehlen 50 Prozent der Unternehmen aus dem Vergleichsindex. Befürchten Sie keine Einbussen bei der Performance?

Bodmer: Nein. Es gibt sogar Studien, die für ein nachhaltiges Investment längerfristig eine Überperformance belegen, da die Unternehmen tiefere Kapitalkosten haben oder weil sich zukunftsträchtige Produkte generell besser entwickeln. Wir erwarten insgesamt eine Performance auf dem Level der Vergleichsindizes. Längerfristig sind wir überzeugt, dass sich Nachhaltigkeit auszahlen wird. Auf der anderen Seite dürfen wir aber nicht zu viele Werte ausschliessen, da sonst die Diversifikation leidet und das Risiko zunehmen würde.

Schmitz-Esser: Über die Korrelation zwischen ESG-Kriterien und finanzieller Performance wurde viel geforscht. Eine Metastudie, die 2200 Studien umfasst, ist etwa zum Schluss gekommen, dass bei 90 Prozent ein neutraler oder sogar positiver Zusammenhang zwischen der Nachhaltigkeitsausrichtung eines Unternehmens und dessen Performance besteht. Eine gute Performance ist somit kein Widerspruch zu nachhaltigen Anlagen. Auch wir haben unsere Produkte überprüft. Das Ergebnis: In Europa, Japan und vor allem in den Emerging Markets haben wir bei den ESG-Leaders-Indizes eine Überperformance gegenüber den Vergleichsindizes festgestellt. In den Schwellenländern lag das Plus sogar bei 3 Prozent, was hauptsächlich auf die bessere Corporate Governance der Unternehmen zurückzuführen war. Nur in den USA, wo gewisse Technologiewerte wegen ESG-Problemen ausgeschlossen wurden, blieben die ESG-Indizes etwas zurück.

Derzeit sind nachhaltige Investments stark im Trend. Wie erleben Sie die gesteigerte Nachfrage im Markt?

Schmitz-Esser: Heute kommt in der Schweiz und in Europa keiner mehr am Thema vorbei, egal ob institutionelle oder private Anleger. Es müssen sich alle mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Entsprechend gross ist die Nachfrage, unter anderem nach ESG-Indexfonds.

Im Gleichschritt mit dem Basisindex

Valerio Schmitz-Esser

Christian Bodmer

Hohe Vergleichbarkeit trotz strengen Kriterien

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Seit 1994 steht Credit Suisse Index Funds, kurz CSIF, für Präzision, tägliche Liquidität und minimierte Investitionskosten.

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