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«Kunst darf anregen, aufregen und ohne primären Sinn sein»

Kunst am Bau soll die Betrachterinnen und Betrachter emotional berühren. Das ist das Ziel von Friederike Schmid. Die Kuratorin erarbeitet und begleitet seit über 25 Jahren mit ihren Auftraggebern Kunstprojekte – von der Auswahl der Kunstschaffenden bis zur Realisierung. So beispielsweise auch am Hauptsitz von Swissgrid in Aarau.

21. Januar 2022

Im Gespräch mit Friederike Schmid
Kuratorin und Projektmanagerin für Kunstprojekte, Communication by Art

Frau Schmid, Kunst am Bau …

Friederike Schmid: … eines vorweg. Die Bezeichnung «Kunst am Bau» mag ich nicht so sehr. Die Bezeichnung «Kunst und Bau» gefällt mir besser, denn ich bin der Überzeugung, dass sich Architektur und Kunst auf Augenhöhe begegnen sollten. Leider passiert es oftmals, dass bei einer fast fertiggestellten Liegenschaft noch schnell ein Künstler für ein Projekt zugezogen wird. Dies führt immer wieder zu Spannungen, da alle Orte an oder um die Liegenschaft bereits «besetzt» sind und es so unweigerlich zu Reibungen zwischen Künstler und Architekt bzw. Landschaftsarchitekt kommt, wenn der Künstler sich seinen eigenen Interventionsort auswählt. Dies bedingt viel Psychologie. Glücklicherweise hat sich heute vielenorts die Einsicht durchgesetzt, Künstler im Rahmen eines Wettbewerbs frühzeitig beizuziehen und den Bau gemeinsam zu planen.

Was kann Kunst zu einem Bauwerk beitragen, was Architektur nicht kann?

Architektur muss immer einen Zweck erfüllen, Kunst hingegen darf alles – auch «sinnlos» sein. Vordergründig muss sie keinen Zweck erfüllen. Dieser erschliesst sich allenfalls später, wenn man sich auf die Kunst einlässt.

Weshalb braucht es Kunst in und um Liegenschaften?

Kunst ist ein Anker, der einem Ort eine Seele und eine Bedeutung gibt. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Im Hauptsitz von Swissgrid, der nationalen Übertragungsnetzbetreiberin, habe ich das Video-Kunstprojekt der Künstlerin Katja Loher vom Wettbewerb an begleitet. Auf Video-Lines wandern Ameisen durch das Gebäude und verwandeln sich am Schluss ihrer Reise in Elektronen. Sie sind die künstlerische Interpretation des Elektronenflusses, der als elektrischer Strom bezeichnet wird. In riesigen Video-Bubbles stellt die Künstlerin philosophische Fragen zur Stromwelt. Wer dies einmal gesehen hat, vergisst es nie mehr.

Europäischer Architekturpreis
für Swissgrid-Hauptsitz

Für den Bau des Swissgrid-Hauptsitzes in Aarau wurde dem Aarauer Architekturbüro Schneider & Schneider 2020 der renommierte europäische Architekturpreis «best architects 20» verliehen. Für die Eigentümerin des Swissgrid-Hauptsitzes in Aarau, die Anlagegruppe CSA RES, ist die Immobilie ein Vorzeigeprojekt im Portfolio. Die Liegenschaft mit Minergie-P-Standard verfügt über das Gütesiegel greenproperty Gold. Vom 2018 fertiggestellten Hauptsitz der nationalen Übertragungsnetzbetreiberin aus wird das Schweizer Hochspannungsnetz überwacht und gesteuert. Das Gebäude erfüllt höchste Sicherheitsanforderungen und bietet 450 moderne Arbeitsplätze.

Europäischer Architekturpreis  für Swissgrid Hauptsitz
Europäischer Architekturpreis  für Swissgrid Hauptsitz
Europäischer Architekturpreis  für Swissgrid Hauptsitz

Abbildungen: Die Videoinstallationen der Künstlerin Katja Loher zieren den Hauptsitz von Swissgrid und sind komplett in die Architektur integriert. Die Kunst stellt eine künstlerische Interpretation des Elektronenflusses dar.

Welche Bedeutung hat «Kunst und Bau» heute?

Heute haben Kommunen, Immobilienentwickler und Städteplaner erkannt, wie wichtig Kunst ist. Neue Baustandards, zum Beispiel für nachhaltiges Bauen, wurden in den letzten Jahren um soziokulturelle Dimensionen erweitert. «Kunst und Bau» gehört heute als integraler Bestandteil in die moderne Quartier- und Städteplanung – neben der Nachhaltigkeit und der Ökologie.

Wie hat sich «Kunst und Bau» in den letzten Jahren entwickelt?

Seit den 1990er-Jahren gab es einen richtigen Boom. Das hat auch mit der zunehmenden Bautätigkeit zu tun. Ich schätze es sehr, dass sich auch über niederschwellige Kunstprojekte in weniger urbanen Regionen Menschen damit beschäftigen, die sich vorher nicht mit Kunst auseinandergesetzt haben.

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Credit Suisse Asset Management ist ein führender Anbieter von Immobilienanlagen. Unsere breite Palette an Immobilienlösungen umfasst verschiedene Regionen und Anlagetypen.

Welche Liegenschaften eignen sich besonders dafür?

Grundsätzlich ist Kunst – in welcher Form auch immer – überall möglich. Aus Investorensicht sind dafür vor allem Gebäude im eigenen Portfolio interessant. Liegenschaften mit Kunst stellen einen Mehrwert dar.

Worin zeigt sich dieser?

Kunst verleiht einer Liegenschaft Emotionen und verhilft ihr zu einem Wiedererkennungswert. Die Kunst in der Zürcher Liegenschaft Octavo mit Objekten des Plastikers Anselm Stalder stösst fast ausnahmslos auf Begeisterung. Tatsache ist, dass Kunst einen Lebensraum bereichern kann. Viele Menschen leben heute gerne in mit Kunst aufgewerteten urbanen Räumen. Immobilienentwickler stellen fest, dass die Fluktuation der Mieter geringer ist, wenn das städtebauliche Gesamtumfeld stimmt.

Lässt sich der Mehrwert auch quantifizieren?

Das ist schwierig. Die Dauer der Mietverhältnisse ist ein Indikator. An öffentlichen Orten lassen sich mit Besuchsfrequenzen Aussagen dazu machen. Wissenschaftlich lässt sich zum Beispiel bei Kunst im Gesundheitsumfeld nachweisen, dass die Menschen eher über ihre Lebenssituation nachdenken, positive Impulse erhalten und schlussendlich schneller gesund werden.

Nicht alle Kunstwerke gefallen. Für viele sind sie ein Ärgernis. Was antworten Sie diesen Personen?

Kunst darf alles, ausser die Menschen kaltlassen. Kunst soll Fragen stellen, Diskussionen auslösen, zum Nachdenken anregen und Emotionen hervorrufen – ja, auch irritieren. Das ist gewollt. Kunst erreicht ihr Ziel erst, wenn sie Reaktionen auslöst. Diese stellen dem Werk ein Gütesiegel aus. Oder mit anderen Worten: Kunst in und um Liegenschaften, die Emotionen hervorruft, ist «gute» Kunst.

Wer bestimmt, welche Künstlerinnen und Künstler berücksichtigt werden?

Es ist nicht so, dass dies eine Person allein bestimmt. In einem gemeinsamen Prozess, den ich als Projektmanagerin leite, erarbeite ich mit dem Auftraggeber und weiteren Stakeholdern die künstlerische Vision und die Rahmenbedingungen. Diese bestimmen dann auch, ob regionale, nationale oder internationale Kunstschaffende für ein solches Projekt infrage kommen, sowie mögliche Themen und Kunstformen. Gemeinsam wird eine Auswahl getroffen. Die Entscheidungsfindung unterscheidet sich heute stark von der Situation vor 50 Jahren, als es einem kleinen Kreis einflussreicher Persönlichkeiten vorbehalten war, über Kunstwerke an Bauten zu befinden.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Immobilienkunst?

Dass diese wieder zur Selbstverständlichkeit wird – so, wie dies von der Antike bis in die Neuzeit der Fall war. Lassen wir uns wieder auf die unberechenbare und oftmals nicht bewertbare zeitgenössische Kunst als Teil unseres Lebens ein.

Friederike Schmid

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