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ESG-Risiken – die Chancen des aktiven Managements

Einige ESG-Risiken («Environmental, Social, Governance») können automatisch ausgeschlossen werden. So können Aktien von Unternehmen, die in der Zukunft stark von CO2-Steuern betroffen sein könnten, in einer frühen Phase des Anlageprozesses herausgefiltert werden. Ein gutes Beispiel hierfür sind konventionelle Energieunternehmen. Auch Aktien aus sensiblen Sektoren wie Tabak oder Unternehmen, die hochgradig kontroverse Produkte wie Streumunition herstellen, lassen sich so vermeiden. Dies schützt die Anleger davor, mit potenziell als nicht nachhaltig angesehenen Anlagepraktiken in Berührung zu kommen.

21. Juli 2022

Eine reine Vermeidungsstrategie reicht allerdings nicht aus. Hier wird vielmehr ein umfassenderer, aktiverer ESG-Ansatz benötigt. ESG-Risiken lassen sich am besten durch aktives Management steuern. Sie verlangen einen konsequent integrierten Prozess, der quantitative Analysen mit robustem Research nach dem Bottom-up-Ansatz verbindet.

So werden quantitative Analysen zur Steuerung von ESG-Risiken eingesetzt

Möglicherweise werden quantitative Analysen zur Steuerung von ESG-Risiken eines Tages automatisch in alle Anlagestrategien der Asset-Management-Branche integriert. Im Zuge des technologischen Fortschritts ist ihre weitere Verbreitung sehr wahrscheinlich, da sich quantitative Analysen in einer zunehmend an Daten orientierten Welt als entscheidend erweisen könnten.

Bestimmte Kennzahlen erfassen, wie effektiv Unternehmen nach ESG- Zielen gesteuert werden. Daten lassen sich auf die unterschiedlichste Weise in den Anlageprozess einbinden und helfen, das Anlageuniversum automatisch zu filtern. Zudem können sie herangezogen werden, um Unternehmen Ratings und Scores zuzuweisen. Sie können Portfoliomanagern sogar wertvolle Anhaltspunkte für ihre aktiven Portfolioentscheidungen liefern.

ESG-Risiken lassen sich auch im Rahmen einer vergleichenden Analyse von Unternehmen bewerten, bei der ein Portfoliomanager ein Set vergleichbarer Unternehmen erstellt, um die angemessene Bewertung einer Aktie zu überprüfen. Dabei könnten quantitative Messgrössen für ESG-Risiken eingesetzt werden, um einen Diskontierungssatz abzuleiten – der vom Portfoliomanager wiederum für sein Bewertungsmodell genutzt werden kann.

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Qualitative Aspekte bei ESG-Risiken nicht vernachlässigen

ESG-Risiken lassen sich nicht nur per quantitativer, sondern auch per qualitativer Analyse bewerten. Dabei handelt es sich um eines der gängigsten Verfahren im Asset Management. Portfoliomanager, die ESG-Risiken besser einschätzen wollen, können hierzu auf eigenes fundamentales Research zurückgreifen. Häufig geschieht dies im Zusammenhang mit der Analyse von Jahresabschlüssen, die Portfoliomanager zusammen mit ihren Analystenteams durchführen. Dabei prüfen sie zum Beispiel die Anhänge des Jahresabschlusses, um mögliche operative Herausforderungen des Unternehmens besser nachvollziehen zu können.

Darüber hinaus können Portfoliomanager die Lieferketten eines Unternehmens auf ESG-Risiken prüfen.Zudem pflegen Portfoliomanager nicht selten persönliche Beziehungen zu den Managementteams der Unternehmen, in die sie investieren. Dies verschafft ihnen einen besseren Einblick in die ESG-Risiken der entsprechenden Unternehmen. Sie können in diesem Prozess sogar eine Active-Ownership-Rolle einnehmen und so gewährleisten, dass den ESG-Risiken entgegengewirkt wird.

Aktive Steuerung von ESG-Risiken kann sich positiv auswirken

Bei ESG-Anlagen geht es immer auch darum, positive Veränderungen anzustossen. Hier kommt das Konzept der «Zusätzlichkeit» ins Spiel. Diese ist gegeben, wenn eine ergriffene Massnahme einen Mehrwert schafft. Anlagen müssen daher den sogenannten «Wäre da nicht»-Test bestehen. Dies ist der Fall, wenn eine positive Auswirkung nicht hätte eintreten können, «wäre da nicht» die betreffende Anlage.

Da ist es wenig überraschend, dass Impact-Anleger einen ausgesprochen aktiven Ansatz verfolgen. Die diesem zugrunde liegende Logik lautet: Wer einen Mehrwert schafft, stösst mit höherer Wahrscheinlichkeit eine positive Veränderung an und schafft letztlich eine Nachhaltigkeitsprämie. Daher kann Zusätzlichkeit mit ESG-Anlagen leichter an privaten Märkten erreicht werden – denn dort sind die Anleger oftmals aktiv engagiert, führen ihre eigenen Analysen durch und nutzen die Stimmrechtsvertretung. Auch thematische Anlagen eignen sich gut, um Zusätzlichkeit zu erreichen: Viele Themen werden mit positiven Auswirkungen verbunden, wie etwa Edutainment, Foodtech und Agritech.

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ESG-Risiken mit Private-Asset-Due-Diligence steuern

Nicht wenige Anlageteams steuern ESG-Risiken auch per Due-Diligence-Verfahren, die mit den Ansätzen in der Private-Equity-Branche vergleichbar sind. Ein Fokus auf thematische Anlagen und Small-Cap-Aktien ist hier besonders erfolgversprechend.

Dabei können die Portfoliomanager, gestützt auf einen extrem robusten Prozess und einen strukturierten Ansatz, die ESG-Risiken aller von ihnen gehaltenen Aktien bewerten. Der Vorteil: So kann der Prozess von menschlichen Vorurteilen freigehalten werden, die ansonsten bei jedem Portfoliomanagement-Team drohen. Zudem lässt sich auf diese Weise sicherstellen, dass im Titelselektionsprozess kein Faktor unberücksichtigt bleibt.

Dieser Ansatz bietet auch eine bessere Aussensicht auf das untersuchte Unternehmen. Der Ausblick, den das Management für ein Unternehmen gibt, wird in jedem Anlageprozess berücksichtigt. Dabei kann der Due-Diligence-Ansatz genutzt werden, um kritisch zu prüfen, ob ein Managementteam die ESG-Risiken auch tatsächlich so steuert wie behauptet.

Ansatz zur Erschliessung neuer Chancen nutzen

All diese Techniken sind wertvoll. Je aktiver ein Anleger ESG-Risiken entgegenwirkt, desto grösser ist seine potenzielle Nachhaltigkeitsprämie. Ausserdem schärft dies den Blick für neue Chancen, die sich in der angestrebten nachhaltigeren Wirtschaft der Zukunft voll entfalten könnten.

Ein gutes Beispiel hierfür ist «Edtech». Edtech («Educational Technology» bzw. Bildungstechnologie) nutzt Computerhardware, Software und Bildung, um das Lernen zu erleichtern. Die Bildungskosten steigen derzeit sowohl in Industrie- als auch in Entwicklungsländern massiv an. Wenn wir zulassen, dass Bildung unerschwinglich wird, werden die weniger Vermögenden den Preis dafür zahlen. Die Folge: weitere Vermögensungleichheit in der Zukunft.

Mithilfe von Technologie könnten wir Bildung erschwinglicher machen und so für mehr Chancengleichheit sorgen. Edtech könnte uns diesem Ziel näher bringen – durch dramatisch sinkende Kosten für den Zugang zu Bildung und mehr soziale Gerechtigkeit.

ESG wird morgen die Norm sein

Alles, was wir hier beschrieben haben, wird in der Asset-Management-Branche früher oder später die Norm sein. ESG-Aspekte werden zunehmend in immer mehr Anlageprozesse integriert. Die Unterschiede werden in den jeweiligen Ansätzen bestehen. Die Umsetzung von ESG-Verfahren sollte nicht als blosse Notwendigkeit verstanden werden, die wir abhaken müssen. Vielmehr sollten wir verstehen, dass wir mit ESG positive Veränderungen anstossen, aber auch neue Ertragsquellen und Chancen erschliessen können.

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