Kontakt

Menü

Artikel

Fliegen war noch nie so sicher

Das Gefährlichste an einer Flugreise ist die Autofahrt zum Flughafen, heisst es oft. Ist es nicht verrückt, mit über 300 Personen an Bord, 50 Tonnen brennbarem Treibstoff und über 100 Tonnen Metall mit bis zu 300 km/h über eine enge Straße zu rasen? Und in einer engen Röhre bei Nacht und Nebel auf einem schmalen Asphaltband zu landen, das gerade so für den Bremsweg ausreicht?

9. April 2020

Dr. Patrick Kolb

Fund Manager, Credit Suisse Asset Management

Wie die Praxis zeigt, es funktioniert erstaunlich gut: Egal ob in London bei Nebel, in New York bei viel Luftverkehr oder in Dubai in der Hitze: Der zivile Luftverkehr hat zahlreiche Verfahren entwickelt, mit denen er den alltäglichen Gefahren begegnen kann. Im Luftverkehr gilt immer «Safety First»!

2019 war für die zivile Luftfahrt das drittsicherste Jahr der Geschichte

«Menschen bei Flugzeugunglück ums Leben gekommen»: Solche Schlagzeilen beherrschten in früheren Jahren gefühlt alle paar Wochen die Medien. Inzwischen sind sie zum Glück äusserst selten geworden, Fliegen war in der letzten Dekade so sicher wie noch nie zuvor. Das Branchenportal Aviation Safety Network schreibt dem Jahr 2019 insgesamt 20 Unfälle mit insgesamt 283 Toten zu und betitelt das Jahr als drittsicherstes nach Anzahl der Opfer1. Laut UN-Luftfahrtorganisation ICAO beförderten Fluggesellschaften weltweit über 4.5 Milliarden Flugpassagiere und damit mehr als 14-mal so viele wie 1970. Wie die Abbildung 1 zeigt, hat sich einerseits das Passagieraufkommen vervielfacht, andererseits ist die Zahl der Todesfälle deutlich gesunken. Das Bundesamt der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) hat ausgerechnet, dass es 1970 pro 265’000 Starts einen Toten zu beklagen gab. Heute ist dies rechnerisch nur noch bei 16 Millionen Starts der Fall. Mit anderen Worten, eine Flugreise ist rund 61 Mal sicherer geworden als noch in den 1970er-Jahren2.

thematic-insights-de.png

Abbildung 1: Anzahl Todesfälle in der zivilen Luftfahrt und Entwicklung des weltweiten Passagieraufkommens3
Quelle: BDL (2020): Wie sicher war Luftverkehr im Jahr 2019?, URL: https://www.bdl.aero/de/publikation/wie-sicher-war-luftverkehr-im-jahr-2019/, 31.1.2020.

In der Luftfahrt wird jedes Unglück, jeder Beinahe-Unfall und jede Unregelmäßigkeit gemeldet und untersucht. Nach Ermittlung der Ursachen werden geeignete Schlüsse gezogen. Zur Sicherheitskultur im Luftverkehr gehört die Überzeugung, dass man niemals ausgelernt hat. Daraus folgt, jeder Vorfall macht den Luftverkehr noch ein Stück sicherer, weil daraus stets Konsequenzen gezogen werden.

"Eine Flugreise ist rund 61 Mal sicherer geworden als noch in den 1970er-Jahren."

Die wichtigsten Treiber für die stark verbesserte Flugsicherheit ist neben der Redundanz und Wartung der Systeme (siehe nächster Abschnitt) die verbesserte und weniger störanfällige Flugzeugtechnik, Weiterentwicklungen in der Flughafeninfrastruktur und Luftraumüberwachung sowie in der Perfektionierung bei Gepäck-, Passagier und Frachtkontrollen4.

Redundanz und Wartung der Systeme

Bei der Flugzeug-Konstruktion ist die Flugsicherheit eine Komponente, welche sich wie ein roter Faden durch alle Bereiche zieht. In den Bauvorschriften wird bis ins letzte Detail vorgegeben, welchen Anforderungen zu genügen ist. Erwähnenswert ist dabei die Redundanz: Alle wichtigen Teile, seien es komplexe elektronische Systeme, Steuerungsinstrumente oder sogar einzelne Schrauben, sind mindestens doppelt ausgelegt, in besonderen Fällen sogar dreifach: Beim Ausfall eines Bestandteils muss daher sichergestellt werden, dass die verbleibenden noch funktionierenden Systeme die Flugfähigkeit sicherstellen können. Jede einzelne, noch so kleine Schraube ist genau für ihren Anwendungszweck spezifiziert und muss von den Aufsichtsbehörden zertifiziert werden. Fällt eines aus oder ist beschädigt, so kann es nur durch dasselbe identische Bauteil ersetzt werden. Lösungen "mal eben schnell aus Grosshandel" sind weder zugelassen noch wird auch nur der Hauch eines Gedankens in diese Richtung verschwendet.

Die Wartung eines Flugzeuges ist sehr aufwendig und oft umständlich. Jede Airline legt basierend auf Empfehlungen des Herstellers und abhängig von der eigenen Nutzung der Flugzeuge den Aufsichtsbehörden einen Wartungsplan zur Genehmigung vor. Wird dieser akzeptiert, bildet er die Grundlage für die Planung aller Wartungsereignisse. Dabei gibt es zwei Formen5:

  • Sehr viele Flugzeugteile haben eine fixe Lebensdauer. Da genau überwacht wird, wann ein Bestandteil eingebaut worden ist, kann jederzeit nachvollzogen werden, wie lange es schon benutzt wurde. Ist die Lebensdauer abgelaufen, so wird es ausgebaut6.
  • Die zweite Maßnahme ist die sehr genaue Kontrolle von Flugzeugteilen, die nicht oder nur schwer ausgebaut werden können. Diese Kontrollen umfassen nicht nur Sichtkontrollen - hier werden vielfältige Technologien genutzt, wie etwa eine Kamera, womit, in einem langen dünnen Schlauch integriert (Boroskop), sonst unzugängliche Hohlräume betrachtet werden können. Mit Wirbelstrom- oder Ultraschallverfahren können auch kleinste Metallrisse entdeckt werden. Und wenn das Flugzeug auf Böcke gestellt wird, kann sogar der Flug simuliert und das Fahrwerk ein- und ausgefahren werden.

Neue Herausforderung: Drohnen

Zu den neuen Herausforderungen der kommerziellen Luftfahrt gehört das unbemannte Fliegen. Die Drohnentechnologie birgt enormes Potenzial und Nutzen, doch damit diese Chancen realisiert werden können, müssen diese sicher in den bestehenden Luftraum integriert werden. Das zeigte sich Ende 2018 in London, als der Flughafen Gatwick durch einen missbräuchlichen Drohnen-Einsatz stundenlang lahmgelegt wurde. Rund 1’000 Flüge wurden aus Sicherheitsgründen gestrichen oder umgeleitet, mehrere Zehntausend Passagiere sassen fest oder mussten Umwege in Kauf nehmen7.

Eine der grössten Bedenken ist, was bei einer Fehlfunktion passieren könnte. So fiel im Januar 2019 wegen eines Kurzschlusses eine von der Schweizer Post betriebene Drohne aus rund 60 Meter Höhe in den Zürichsee. Wenige Monate später stürzte ein weiteres Fluggerät desselben Operateurs ungebremst in den Wald nahe Zürichberg neben spielende Kinder. Der Notfallschirm, der den Sturz des rund zehn Kilogramm schweren Objektes hätte bremsen sollen, um etwaige Fussgänger zu schützen, wurde dabei abgetrennt und flatterte nutzlos über den Bäumen; niemand hörte den Alarmton. Der Unfallbericht legte gravierende Mängel offen und zeigte, dass die Sicherheit sträflich vernachlässigt worden war: Das Verbindungsseil zum Fallschirm wurde von einer scharfen Drohnenkante beschädigt. Der Ruck, den der sich öffnende Fallschirm verursachte, führte zum Riss des Seils. Dieser Konstruktionsfehler wurde von niemanden bemerkt. Somit flogen derart ungesichert die Drohnen monatelang über den Köpfen der Zürcher Bevölkerung8.

Konklusion

Fondsrisiken

Kein Kapitalschutz: Anleger können den in dieses Produkt investierten Betrag ganz oder teilweise verlieren.

  • Der Schwerpunkt auf Unternehmen im Bereich Schutz und Sicherheit kann zu signifikanten Engagements in einem bestimmten Sektor/einer bestimmten Region führen.
  • Das Engagement in Small und Mid Caps kann zu einer höheren kurzfristigen Volatilität führen und Liquiditätsrisiken in sich bergen.
  • Aufgrund der Möglichkeit eines erhöhten Engagements in Schwellenländern kann der Fonds durch politische und wirtschaftliche Risiken in diesen Ländern beeinträchtigt werden.
  • Aktienmärkte können volatile sein, besonders kurzfristig.

Fondsnewsletter

Die Fondsnewsletter bieten regelmässige Updates von Fondsmanagern sowie interessante Informationen zu Anlageklassen und Themen.

Quelle:

2019 wurde von einer einzigen Flugkatastrophe beherrscht: Beim Absturz einer Boeing 737 Max von der Ethiopian Airlines kamen alle 157 Insassen ums Leben. Es war der zweite Absturz des neu auf dem Markt gebrachten Boeing-Flugzeuges. Nur wenige Monate zuvor war im Oktober 2018 in Indonesien ebenfalls eine Boeing 737 Max abgestürzt. Die Konsequenz daraus war ein weltweites Flugverbot, welches bis heute noch anhält.

2 Qelle: Bundesamt der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (2020): Luftfahrt aktuell #1/2020: Fakten und Hintergründe zum deutschen Luftverkehr, 1/2020, S. 1.

3 Flugzeuge mit einer Kapazität von über 14 Passagieren, inkl. Entführungen und Sabotageakte, Stand: 1. Januar 2020.

4 Quelle: NZZ (2018): Noch nie war das Fliegen so sicher wie 2017, in: NZZ, 3. Januar 2018.

5 Quelle: Airliners.de (2017): So sicher ist Fliegen, 5. Okt. 2017, URL: https://www.airliners.de/so-fliegen-antworten-cockpit-18/37718, 31.1.2020.

6 Das Wartungs- und Instandsetzungskonzept für ein Verkehrsflugzeug besteht aus Wartungs- und Instandsetzungsereignissen (auch Letter-Checks, oder A-, B-, C- und D-Checks genannt). Der A-Check erfolgt je nach Flugzeugtyp etwa alle 250-650 Flugstunden und wird am häufigsten durchgeführt. Für ein normal genutztes Flugzeug bedeutet dies alle sechs bis acht Wochen eine intensive Kontrolle und erfordert etwa 50 bis 80 Arbeitsstunden. Hier werden vor allem die regelmäßigen Service-Checks sowie Triebwerks- und Funktionskontrollen durchgeführt. Der B-Check wird alle drei bis vier Monate und der C-Check etwa alle zwei Jahre durchgeführt. Der D-Check stellt eine Grundüberholung dar und findet etwa alle 6 – 10 Jahre an. Dieses ist das intensivste, längste und teuerste Wartungsereignis: Das Flugzeug wird zerlegt, alle Teile überprüft und der Lack abgekratzt, um die Flugzeughülle auf mögliche Schäden zu kontrollieren (Quelle: Focus (2009): Flugzeugwartung: Teure Checks für alte Kisten, 1.7.2009, URL: https://www.focus.de/reisen/flug/airline-sicherheit/tid-14743/flugzeugwartung-teure-checks-fuer-alte-kisten_aid_413162.html), 31.1.2020.

7 Quelle: NZZ (2018): Drohne legt Londoner Flughafen Gatwick lahm, in: NZZ, 20.12.2018.

8 Quelle: NZZ (2019): Drohnenabsturz: Mit ihrer Fahrlässigkeit gefährdet die Post eine grosse Innovation, in: NZZ, 28.6.2019.

9 Quelle: Handelsblatt (2013): Welches Verkehrsmittel ist das sicherste?, in: Handelsblatt, 11.7.2013.

10 Quelle: IATA (2019): IATA Releases 2018 Airline Safety Performance, Feb. 21st. 2019, URL: https://www.iata.org/en/pressroom/pr/2019-02-21-01/, 31.1.2020.

 

WICHTIGE INFORMATIONEN
Quelle: Credit Suisse, wenn nicht anders vermerkt
Sofern nicht explizit anders gekennzeichnet, wurden alle Abbildungen in diesem Dokument von Credit Suisse Group AG und/oder den mit ihr verbundenen Unternehmen mit grösster Sorgfalt und nach bestem Wissen und Gewissen erstellt.

Für Deutschland und Österreich per CREDIT SUISSE (DEUTSCHLAND)AKTIENGESELLSCHAFT
Dieses Dokument wurde von der Credit Suisse AG und / oder mit ihr verbundenen Unternehmen (nachfolgend «CS») mit größter Sorgfalt und nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Die in diesem Dokument geäußerten Meinungen sind diejenigen der CS zum Zeitpunkt der Redaktion und können sich jederzeit und ohne Mitteilung ändern. Ist nichts anderes vermerkt, sind alle Zahlen ungeprüft. Das Dokument dient ausschließlich Informationszwecken und der Nutzung durch den Empfänger. Es stellt weder ein Angebot, noch eine Empfehlung zum Erwerb oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder Bankdienstleistungen dar und entbindet den Empfänger nicht von seiner eigenen Beurteilung. Insbesondere ist dem Empfänger empfohlen, gegebenenfalls unter Einschaltung eines Beraters, die Informationen in Bezug auf die Vereinbarkeit mit seinen eigenen Verhältnissen, auf juristische, regulatorische, steuerliche, u.a. Konsequenzen zu prüfen. Dieses Dokument darf ohne schriftliche Genehmigung der CS weder auszugsweise noch vollständig vervielfältigt werden. Das vorliegende Dokument ist ausschließlich für Anleger in Deutschland und Österreich bestimmt. Es richtet sich ausdrücklich nicht an Personen, deren Nationalität oder Wohnsitz den Zugang zu solchen Informationen aufgrund der geltenden Gesetzgebung verbieten. Weder das vorliegende Dokument noch Kopien davon dürfen in die Vereinigten Staaten versandt oder dahin mitgenommen werden oder in den Vereinigten Staaten oder an eine US-Person abgegeben werden (im Sinne von Regulation S des US Securities Act von 1933 in dessen jeweils gültigen Fassung). Mit jeder Anlage sind Risiken, insbesondere diejenigen von Wert- und Ertragsschwankungen verbunden. Bei Fremdwährungen besteht zusätzlich das Risiko, dass die Fremdwährung gegenüber der Referenzwährung des Anlegers an Wert verliert. Historische Wertentwicklungen und Finanzmarktszenarien sind kein verlässlicher Indikator für laufende und zukünftige Ergebnisse. Es kann außerdem nicht garantiert werden, dass die Performance des Vergleichsindex erreicht oder übertroffen wird.In Zusammenhang mit diesem Anlageprodukt bezahlt die Credit Suisse AG und/oder mit ihr verbundene Unternehmen unter Umständen Dritten oder erhält von Dritten als Teil ihres Entgelts oder sonst wie eine einmalige oder wiederkehrende Vergütung (z.B. Ausgabeaufschläge, Platzierungsprovisionen oder Vertriebsfolgeprovisionen). Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Ihren Kundenberater. Zudem können im Hinblick auf das Investment Interessenkonflikte bestehen. Bei diesem Dokument handelt es sich um Marketingmaterial, das ausschließlich zu Werbezwecken verbreitet wird. Es darf nicht als unabhängige Wertpapieranalyse gelesen werden. Credit Suisse Fund Services [Luxembourg] S.A., 5, rue Jean Monnet, 2180 Luxemburg ist die Zentrale Verwaltungsstelle des Fonds [der Fonds] in Deutschland. Credit Suisse (Deutschland) AG, Taunustor 1, D−60311 Frankfurt am Main ist die Informationsstelle des Fonds [der Fonds] in Deutschland. Deutsche Bank AG, Taunusanlage 12, D−60325 Frankfurt am Main, ist die Zahl− und Informationsstelle des Fonds [der Fonds] in Deutschland. Credit Suisse (Deutschland) AG, Taunustor 1, D−60310 Frankfurt am Main ist weitere Informationsstelle des Fonds [der Fonds] in Deutschland. Die Zentrale Verwaltungsstelle des Fonds in Deutschland ist Brown Brothers Harriman (Luxembourg) S.C.A, 80, route d’Esch, L-1470 Luxemburg. Die Informationsstelle des in Deutschland ist Credit Suisse (Deutschland) AG, Taunustor 1, D-60310 Frankfurt am Main. UniCredit Bank Austria AG, Schottengasse 6–8, A-1010 Vienna, ist die Zahl− und Informationsstelle des Fonds in Österreich. UniCredit Bank Austria AG, Schottengasse 6–8, A-1010 Wien, ist die Zahlstelle des Fonds in Österreich. Zeichnungen sind nur auf Basis des aktuellen Verkaufsprospekts, der wesentlichen Anlegerinformationen und des letzten Jahresberichts (bzw. Halbjahresberichts, falls dieser aktueller ist) gültig. Diese Unterlagen sowie die Vertragsbedingungen und/oder Statuten sind kostenlos bei der Credit Suisse (Deutschland) Aktiengesellschaft, Taunustor 1, 60310 Frankfurt am Main, Deutschland und UniCredit Bank Austria AG, Schottengasse 6–8, A-1010 Wien, Österreich erhältlich.

CREDIT SUISSE (DEUTSCHLAND) 
AKTIENGESELLSCHAFT
Taunustor 1
D-60310 Frankfurt am Main

Service-Line:
Telefon: +49 (0) 69 7538 1111
Telefax: +49 (0) 69 7538 1796
E-Mail: investment.fonds@credit-suisse.com